Die Rippen sollte man fühlen können, sonst ist das Pferd zu dick

Zu dick zu dünn – Idealgewicht erkennen und erhalten

Die Rippen sollte man fühlen können, sonst ist das Pferd zu dick

Nach dem Artikel über den Body Score kommt hier nun der angekündigte Artikel zum Pferde-Idealgewicht:

Durch zu wenig Bewegung und Hochleistungsgras auf den Weiden werden in Deutschland viele Pferde zu dick. Ab wann ist die Speckschicht gesundheitsschädlich und was sind die Folgen? Sportpferde sind dagegen oft so schlank, dass man die Rippen sehen kann – doch wann ist ein Pferd zu dünn und damit auch nicht mehr leistungsfähig? Diese Fragen versuche ich im Folgenden zu beantworten. 

Ein Pferd bedarfsgerecht und gesund zu ernähren, ist gar nicht so einfach: Pferde sind darauf ausgerichtet, zwei Drittel des Tages mit Fressen zu verbringen, denn ihre natürliche Nahrung, mageres Steppengras – ist sehr nährstoffarm und muss deshalb in großen Mengen zu sich genommen werden. Die Nahrung unserer domestizierten Pferde ist viel gehaltvoller – das Bedürfnis des Pferdes, fast ständig etwas fressen zu wollen, ist dadurch aber nicht verschwunden. Das bedeutet: Die meisten Pferde fressen, solange sie etwas Essbares vor der Nase haben –  und das ist fast immer zuviel. Dazu kommt: In der Regel grasen Pferde heute auf Weiden, die ursprünglich für Hochleistungsrinder angelegt waren. Diese benötigen extrem energiereiches Futter, um Milch, Fleisch und Nachwuchs zu produzieren. Für Freizeitpferde ist dieses Gras viel zu gehaltvoll und enthält gleichzeitig zu wenig sättigende Rohfaser. Die Folge: Die Pferde verfetten und sind dennoch ständig hungrig.

Auch mit der Gabe von Kraftfutter geraten Pferdebesitzer leicht in einen regelrechten Teufelskreis: Ist das Pferd träge und unmotiviert, weil es zu viel Gewicht mit sich herumschleppt, erhöht der Besitzer die Kraftfuttermenge in der Hoffnung, es würde dadurch spritziger. Die überschüssige Energie kann nicht verbrannt werden und landet in zusätzlichen Fettpolstern. Außerdem werden Pferde durch Kraftfutter zwar reichlich mit Energie versorgt, bekommen aber kein befriedigendes Sättigungsgefühl. Das entsteht nur durch ausreichend Rauhfutter, das den Verdauungstrakt füllt und lange beschäftigt. Als Faustregel gilt: Ein Kilogramm Heu auf 100 Kilogramm Lebendgewicht pro Tag.

Hochleistungspferde sind meist so schlank, dass man die Rippen sehen kann

Hochleistungspferde sind meist so schlank, dass man die Rippen sehen kann

Überall wo es auf Geschwindigkeit und Ausdauer ankommt, zählt die schlanke Linie besonders. Im Rennsport heißt es, dass ein Kilogramm zuviel auf 100 Metern eine Pferdelänge Verlust bedeutet. Auch in der Vielseitigkeit und in jüngerer Zeit im Springsport sieht man vor allem schlanke Pferde. Schließlich muss beispielsweise beim Springen jedes zusätzliche Kilo mit in die Luft gewuchtet werden – das ist anstrengend und die Pferde können weniger leisten.

Dressurreiter bevorzugen ihre Pferde dagegen etwas üppiger – sie sollen nach etwas aussehen, imposant wirken. Außerdem brauchen sie die Reserven, um Muskulatur aufbauen zu können. Allerdings ist auch hier in den letzten Jahren ein Trend zur schlanken Linie zu beobachten. Dressurpferde wirken schon durch ihre spezifische Muskulatur mächtiger und runder. Denn genau wie menschliche Kraftsportler im Vergleich zu Ausdauerathleten haben sie dickere Muskelpakete als Rennpferde. Unnötige Fettpolster beeinträchtigt aber auch bei ihnen die Fitness und belastet den Organismus unnötig.

Die meisten Freizeitreiter werden wegen ein paar Kilo mehr oder weniger kaum einen Unterschied in der Leistungsfähigkeit ihrer Pferde bemerken. Handelt es sich allerdings um echtes Übergewicht, wird fast jedes Pferd träge und unmotiviert. Viel schlimmer sind allerdings die gesundheitlichen Folgen.

Ein dicker Bauch ist übrigens nicht immer ein Zeichen für Übergewicht: Viele schlanke Pferde haben zumindest zeitweise einen unverhältnismäßig runden Bauch. Dafür gibt es verschiedene mögliche Gründe: Im schlimmsten Fall ist eine extreme Verwurmung die Ursache. Pferde, die viel Heu und Stroh fressen, bekommen einen dicken Bauch, einfach weil ihr Darm sehr voll ist. Sobald der Inhalt verdaut ist, geht der Bauchumfang wieder zurück. Hat ein Pferd häufig einen solchen Stroh- oder Heubauch, sollte man den Zugang vor allem zu Stroh reduzieren. Denn die Verdauung des sehr ballaststoffreichen Strohs ist in zu großen Mengen belastend und kann zu Verstopfungskoliken führen. Die gleiche Ursache hat ein „Weidebauch“: Fressen Pferde viel Gras, ist der Magen-Darm-Trakt ebenfalls sehr voll und der Bauch wirkt von außen dick – sobald der Inhalt verdaut ist, nimmt er wieder einen normalen Umfang an. Zwar ist Gras leichter verdaulich als Stroh, dennoch schleppen Pferde mit dem Weidebauch unnötigen Ballast mit sich herum, der die Gelenke belastet.

So erkennt man das Idealgewicht

Aufgrund der vielen verschiedenen Pferderassen mit ihrem oft sehr unterschiedlichen Körperbau ist es gar nicht so einfach, den Futterzustand zu beurteilen. Bei einem Rennpferd im optimalen Trainings- und Futterzustand sind deutlich die Rippen zu sehen, während ein Kaltblut mit gespaltener Kruppe oder ein Hengst mit mächtigem Hals noch lange nicht zu dick sein müssen. Dennoch gibt es einige Richtlinien, die unter Berücksichtigung rassetypischer Besonderheiten für alle Pferde gelten:

Das Kammfett darf nicht seitlich herausragen oder den Hals nach oben „verlängern“, die Halswirbel müssen fühlbar sein, die Dornfortsätze am Widerrist sollten nicht einzeln erkennbar sein. Die Rippen sollte man nicht sehen, beim darüber streichen aber problemlos fühlen können. Der Hüfthöcker darf kaum, der Sitzbeinhöcker überhaupt nicht sichtbar sein. Hinter der Schulter und rund um den Schweifansatz darf etwas Fett tastbar sein. Die Rückenmuskulatur und die Dornfortsätze der Wirbelsäule sollten auf einer Höhe liegen, also weder sollte die Wirbelsäule hervorstehen, noch in Fettwülsten versinken. Die Fettpolster an den Innenseiten der Oberschenkel dürfen sich nicht berühren.

Gesundheitliche Folgen von Übergewicht

Übergewicht belastet die Gelenke, Sehnen und Bänder. Schnellerer Verschleiß und Erkrankungen wie Arthrose, Spat und Hufrollensyndrom können die Folge sein.

Das Equine Metabolische Syndrom (EMS) ist in der Pferdemedizin erst seit einigen Jahren bekannt.
 Dabei produziert das überschüssige Fettgewebe Hormone, die den Zuckerstoffwechsel und die Insulinfunktion durcheinander bringen. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel ist ständig zu hoch und die Zellen vor allem in Leber und Muskulatur reagieren nicht mehr richtig auf Insulin (Insulinresistenz), das außerdem in zu großen Mengen ausgeschüttet wird. Dadurch hat das Pferd ständig großen Hunger. Typische Anzeichen für EMS sind besonders starke Fettpolster an Hals, Schulter und Kruppe, da sich das Fett bei erkrankten Pferden mit der Zeit dorthin verlagert. Weil zuviel Zucker im Blut zu Entzündungen der Gefäße führt, ist Hufrehe (Entzündung der Huflederhaut) eine häufige Folgeerkrankung. Auch ein bestehendes Sommerekzem wird durch EMS verschlimmert.

Eine sichere Diagnose gibt nur ein Bluttest: Dabei wird gemessen, wie sich die Insulin- und Glukosewerte nach einer Futtergabe auf nüchternen Magen verändern. Da das Blut für den Test ganz frisch sein muss, muss das Pferd für den Test in der Regel in eine Pferdeklinik gebracht werden.

Diabetes mellitus, also ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel aus Mangel an Insulin, wird beim Pferd (noch) relativ selten diagnostiziert. Auch diese Krankheit tritt am häufigsten bei überfütterten Pferden auf. Denn Diabetes ist eine Folgeerscheinung von Stoffwechselstörungen, die durch Fettleibigkeit ausgelöst werden können.

Leber- und Nierenerkrankungen:

 Bekommt ein Pferd zu viel Eiweiß, ist die Leber schnell überlastet, denn sie ist dafür zuständig, überschüssige Proteine abzubauen. Erhöhte Leberwerte sind die Folge. Auch die Nieren werden bei dauerhafter zu proteinreicher und zu stärkereicher Fütterung überlastet.

Dicke Pferde müssen bei sportlicher Anstrengung stärker schwitze: Das belastet den Wasser- und Elektrolythaushalt.

Dicke Pferde müssen bei sportlicher Anstrengung stärker schwitze: Das belastet den Wasser- und Elektrolythaushalt.

Eine Fettschicht isoliert den Körper und verhindert, dass Wärme abgegeben wird. Dadurch müssen dicke Pferde bei sportlicher Anstrengung stärker schwitzen, um sich abzukühlen. Das belastet den Wasser- und Elektrolythaushalt.

Zu dem extrem schmerzhaften Kreuzverschlag kann es kommen, wenn Pferde sehr kohlenhydratreich ernährt und gleichzeitig zu wenig bewegt werden. Vor allem ein Wechsel zwischen extremer Belastung und Nichtstun führt dann zu Stoffwechselstörungen in der Muskulatur infolgedessen Muskelzellen zerfallen. Bei einem leichten Verschlag ist das Pferd lediglich etwas steif, im schlimmsten Fall kann es völlig festliegen und die Nieren, die die Abbauprodukte der Muskulatur verarbeiten müssen, können lebensgefährlich geschädigt werden.

Fetteinlagerungen im Bereich des Herzens können die Herz- und Lungentätigkeit einschränken.

Das Risiko für eine Hufrehe und Sommerekzem steigt stark an.

Fettkugeln können im Dünndarm-Gekröse Darmabschnitte blockieren und Koliken auslösen.

Wurmkuren werden bei übergewichtigen Pferden häufig unwissentlich unterdosiert und können dann nicht richtig wirken.

Übergewicht bei Pferden, die sich noch im Wachstum befinden, hat besonders schwerwiegende Folgen, denn die sich noch entwickelnden Knochen, Sehnen und Bänder können durch die Überbelastung schweren Schaden nehmen. Jungpferde sollten deshalb eher etwas zu dünn als zu dick sein.

Der Speck muss weg – aber wie?

Pferde kann man nicht so einfach auf Diät setzen – schließlich ist ihr Verdauungssystem auf ständige Futterzufuhr ausgelegt. Haben Magen und Darm zu wenig Arbeit, reagieren sie schnell empfindlich – beispielsweise mit Magengeschwüren oder sogar Koliken. Außerdem droht bei einem zu radikalen Futterentzug die Gefahr einer so genannten Hyperlipidämie: Bekommen sehr dicke Pferde plötzlich zu wenig Energie, setzt der Organismus große Mengen Fett aus den Depots frei. Die Leber kann dies nicht verarbeiten und das Fett landet im Blut. Es kommt zu Leber- und Nierenversagen, was häufig zum Tod des Pferdes führt.

Eine weitere mögliche Folge zu radikaler Hungerkuren: Colitis X, eine akute Dickdarmentzündung. Sie entsteht dadurch, dass sich schädliche Darmbakterien stark vermehren und mit ihrem Gift das Pferd krank machen – häufig mit Todesfolge.

Die Futtermenge darf also nur wohlüberlegt und in Maßen verringert werden. Am einfachsten ist es noch, wenn die Fettpolster aus einer Überversorgung mit Kraftfutter resultieren. Dies kann in der Regel ohne Gefahr für die Gesundheit stark (aber allmählich!) reduziert werden. Schließlich kommen gesunde Pferde, die keiner besonderen Trainingsbelastung ausgesetzt sind, auch ganz ohne Kraftfutter zurecht.

Damit kein Futterneid auftaucht, wenn der Boxennachbar seine Ration bekommt, kann man das Kraftfutter durch Karotten oder eine kleine Portion eingeweichte Heucobs ersetzen. Bekommt das Pferd bisher Mais oder Gerste, sollte man auf Hafer umsteigen, der weniger Energie enthält. Bei Sportpferden muss man mit der Kraftfutterreduzierung behutsam sein, da sie schnell antriebslos und träge werden, wenn sie zu wenig Energie bekommen. Um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, sollte man immer eine Rationsberechnung machen.

Dickmacher Nummer 1 ist neben dem Kraftfutter die Weide: Besonders Weiden mit Leistungsgras sorgen für einen kräftigen Überschuss an Eiweiß und Kohlehydraten, die bei Überschuss in Fett umgewandelt werden. Hier hilft es nur, den Weidegang auf wenige Stunden am Tag zu reduzieren. Damit die Tiere den Rest des Tages nicht in der Box verbringen müssen, sollten in so einem Fall unbedingt große Paddocks zur Verfügung stehen, in denen die Pferde gemeinsam mit ihrer Herde an die frische Luft können. Eine andere Möglichkeit ist es, die Weide zu portionieren: Dazu wird ein Teil mit einem mobilen Zaun abgetrennt und weiter gesteckt, sobald das Gras dort abgefressen ist. Der Nachteil: Die zur Verfügung stehende Fläche ist zumindest am Anfang recht klein und das Verfahren ist zeitaufwändig.

Noch besser ist es, die Weideflächen durch überlegte Düngung und Nachsaat mit für Pferde besonders geeigneter Sorten in eine Magerweide umzuwandeln. Wer nicht gerade Landwirt ist, sollte sich dabei von Fachleuten, beispielsweise von einer Landwirtschaftskammer beraten lassen.

Zu dicke Pferde sollten keinen unbegrenzten Zugang zu Raufutter haben. Bei Übergewicht kann die Heuration übergangsweise sogar um ein bis zwei Kilo täglich reduziert werden. Ein kleiner Teil des Heus kann außerdem durch Futterstroh ersetzt werden, dass nur wenig Energie, aber viel sättigende Rohfaser enthält. Die verbleibende Menge Heu sollte dann aber unbedingt mehrmals am Tag in kleinen Portionen gegeben werden, damit das Verdauungssystem nicht zu lange untätig bleiben muss. Füttert man aus einem Heunetz, ist das Pferd länger beschäftigt und frisst langsamer. Das gleiche gilt für den sogenannten Heuigel: Das ist ein Plastikzylinder mit Löchern, aus denen die Pferde das Heu nur allmählich knabbern können. Beides sind gute Alternativen, wenn man aus organisatorischen Gründen nicht mehrmals täglich füttern kann. Steht das Pferd auf Stroh, sollte dies während einer Diät unbedingt durch Späne ersetzt werden – sonst stillt das Tier seinen Appetit aus der Einstreu, was zu einer Verstopfungskolik führen kann.

Genau wie beim Menschen hilft eine Diät wenig, wenn das Pferd sich zu wenig bewegt: Intensives Reiten, längere Galoppstrecken im Gelände und viele Trab-Galopp-Übergänge kosten Kraft und verbrauchen so überschüssige Energie. Die Fettverbrennung setzt allerdings erst ein, wenn der Kreislauf über längere Zeit kräftig in Wallung gerät, stundenlanges Bummeln im Schritt bringt deshalb wenig. Neben der Arbeit auf dem Platz sollte man unbedingt mindestens zweimal wöchentlich ins Gelände und zwar für jeweils mindestens zwei Stunden. Natürlich darf man ein untrainiertes Pummelchen nicht plötzlich kilometerlang im Galopp hetzen. Eine solche plötzliche Überforderung kann bei dicken Pferden nämlich sogar die oben erwähnte Hyperlipidämie auslösen. Das tägliche Pensum muss allmählich gesteigert werden, um keine Gesundheitsrisiken einzugehen. Regelmäßige und intensive Arbeit ist jedoch das einzige Mittel um ein Pferd wirklich schlank zu bekommen und schlank zu halten!

Magere Pferde rund füttern

Das Problem ist in unseren Breiten zwar seltener, aber auch das gibt es: Unterernährte, zu dünne Pferde. Sie leiden unter einem Mangel an Nährstoffen, was auf Dauer gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann. Auch werden sie schneller krank, weil ihr Immunsystem geschwächt ist. Außerdem sind magere Pferde beim Reiten natürlich nicht richtig belastbar und schnell erschöpft. Wo keine Energie zur Verfügung steht, können auch keine Muskeln aufgebaut werden: Ein korrektes Reiten oder systematisches Training ist also kaum möglich.

Die möglichen Ursachen für Unterernährung beim Pferd sind vielfältig: Es gibt schlechte Fresser, die sich aus Nervosität leicht ablenken lassen und – beispielsweise aufgrund ungeeigneter Haltungsbedingungen – einfach nicht die nötige Ruhe zum Fressen  finden. In einer Gruppenhaltung bekommen rangniedrige Tiere oft nicht genügend Raufutter, wenn zu wenige Fressplätze zur Verfügung stehen. Andere Pferde sind schwerfuttrig, das heißt sie verwerten die Nahrung schlecht. Ein weiterer Grund für Unterernährung können Zahnprobleme sein: Denn wenn das Pferd beim Kauen Schmerzen hat, frisst es weniger und wenn die Nahrung im Maul nicht richtig zerkleinert wird, kann das Verdauungssystem sie nicht optimal verarbeiten. Auch alte oder kranke Pferde sind oft appetitlos oder können das angebotene Futter nicht mehr richtig verarbeiten. Außerdem werden sie oft wählerisch. In solchen Fällen hilft es oft, dass Kraftfutter mit eingeweichten Zuckerrübenschnitzeln zu vermischen oder Mash zu füttern.

Magert ein Pferd ohne ersichtlichen Grund ab, sollte man immer auch an eine mögliche Verwurmung denken. Hier helfen nur gezielte Wurmkuren auch gegen Bandwürmer.

Dass ein Pferd vom Halter einfach zu wenig Futter bekommt, ist dagegen heute wirklich selten – die meisten Besitzer neigen eher dazu, ihre Tiere zu verwöhnen. Aber auch das gibt es natürlich: Aus Unwissenheit oder falsch verstandener Sparsamkeit wird das Pferd zu knapp gehalten. Auch hier hilft eine bedarfsorientierte Rationsberechnung.

Energiereiches Futter für magere Pferde: Rübenschnitzel und Pflanzenöl.

Energiereiches Futter für magere Pferde: Rübenschnitzel und Pflanzenöl.

Bevor man daran geht, ein zu dünnes Pferd rund zu füttern, ist es wichtig, gesundheitliche Probleme auszuschließen, beziehungsweise zu behandeln und eventuell die Haltungsbedingungen so zu verändern, dass das Pferd in Ruhe und ausreichend fressen kann. Sind alle Gründe für das Abnehmen geklärt und beseitigt, kann man sich daran machen, das Pferd wieder aufzupäppeln. Magere Pferde sollten möglichst freien Zugang zu hochwertigem Raufutter – am besten Heu – haben. In der Regel brauchen zu dünne Pferde aber auch mehr Energie, die am besten über Kraftfutter zuzuführen ist. Sie sollten ihm jetzt aber nicht plötzlich kiloweise Hafer in die Krippe schütten, den das würde den Stoffwechsel zu sehr belasten und gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Um den Eiweißgehalt der Ration in Maßen zu halten, können Sie einen Teil des Kraftfutters durch Maisflocken  ersetzen. Mais gilt als Dickmacher, weil er aber schwerer verdaulich ist und von einigen Pferden nicht gut vertragen wird, sollte sein Anteil an der täglichen Ration nicht mehr als ein Viertel betragen. Auch Pflanzenöle sind eine sehr gute ergänzende Energiequelle. 100 Milliliter entsprechen ungefähr einem Kilo Kraftfutter, die tägliche Maximaldosis sollte 400 Milliliter nicht überschreiten. Damit sich das Verdauungssystem auf das ungewohnte Fett einstellen kann, sollte die Dosis langsam gesteigert werden.

Grundsätzlich muss jede Futterumstellung allmählich durchgeführt werden. Denn die Darmflora des Pferdes ist sehr spezialisiert und muss sich auf ungewohntes Futter erst einstellen.

 

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo :)
    Mir hat der Artikel sehr gut gefallen und für Aufklärung gesorgt. Ich habe nur das Problem bei meinem Pflegepony( 16 Jahre alt, shetty- reitponymix, 1,34 groß), dass er mit einem 21 jährigen haflinger zusammen in einer Box mit angrenzender weide steht. Für beide gibt es je morgens und abends einen kleinen ballen heu. Ich habe leider nicht die Möglichkeit die beiden getrennt zu füttern und das einstreu von heu zu späne zu wechseln :( . Er hat eine ziemliche Kugel, kann ich wa

  2. »Die Fettverbrennung setzt allerdings erst ein, wenn der Kreislauf über längere Zeit kräftig in Wallung gerät, stundenlanges Bummeln im Schritt bringt deshalb wenig. «

    Über diesen Satz bin ich ein bisschen gestolpert, nicht, weil ich ihn für vollkommen falsch halte, aber da ich selbst viel Sport mache, vor allen Dingen im Ausdauerbereich kommt er mir nicht 100% richtig vor und ich wollte mal wissen woher du genau zu dieser Aussage kommst? Es ist zwar richtig, dass reines Bummeln wirklich eher weniger bringt, aber es ist ja so, dass man im Fettverbrennungsbereich angekommen ist, wenn die Pulsfrequenz zwar ein wenig erhöht ist, aber nicht im aneroben Bereich angekommen ist, beim Menschen also bei einem Puls so um die 130 ist man noch eher am Fettverbrennen, wobei ein dauerhafter Puls von 180 da eher nicht mehr viel bringt, von daher ist zu arg ankurbeln ja eigentlich auch nicht mehr ganz sinnvoll, außer dadurch, dass dann mehr Kalorien verbrannt werden, aber halt nicht explizit das Fett angegriffen wird, oder?

    Liebe Grüße,
    Themis ^.^v

    • Hallo Themis, vielen Dank für für deinen Kommentar. Ich habe mir das Wissen zu diesem Artikel damals, als ich ihn geschrieben habe, aus verschiedenen Quellen zusammengesucht und gelesen, deshalb kann ich gar nicht mehr genau sagen, woher genau diese Aussage stammt. Aber so wie es sich anhört, bist du in dieser Frage wesentlich kompetenter als ich! Deshalb vielen Dank für den Einwand und liebe Grüße zurück!

    • Der Artikel ist insgesamt sehr aufklärend geschrieben. Aber diese Aussage ist schlicht falsch. Die Maßgaben bei Menschen können selbstverständlich hier Anwendung finden. Es gibt Tiere, die sind nicht oder nicht mehr reitbar. Zwischen Bummeln und Galopp gibts es noch zügig Schritt und Trab Bergarbeit Stangenarbeit nur Galopp ist etc ddd
      etc. nicht ausreichend

  3. Pingback: Moppel du - wenn Pferde zu dick sind - RSG-Klosterberg

  4. Hallo ich habe mir den Beitrag interessiert angeschaut. ich habe ein großes problem und weis nicht weiter mein pferd hat lokale osteoporose und eine doppelte kehlkopflähmung und ist deswegen nur bedingt einsetzbar, ich arbeite jeden tag mit ihm wobei trap etc ihm noch arg weh tun deswegen sind wir meist im schriitt. er steht 24 h auf der koppel leider habe ich weder die möglichkeit die koppel umzudüngen oder sie abzuteilen da es eine 35 pferde große herde ist . ich habe es mit einer fressbremse probiert allerdings ist er kein freund davon und es war nach ein paar mal anziehen schlicht unmöglich sie ihm anzulegen =/ desweiteren habe ich dann ein schlechtes gefühl und meistens sagt uns unser bauch ja das richtige . Gibt es etwas was du mir raten könntest ? bin mit meinem latein am ende …. kraftfutter und rauhfutter bekommt er keines lg und in großer hoffnung Yvette

Schreib einen Kommentar