Renegade Hufschuhe – die mysterische Veränderung von Größe 0 und 2

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Gehört ihr zu denjenigen, die schon seit einer ganzen Weile mit Renegade Hufschuhen unterwegs sind? Und benutzt ihr die Größe 2 oder Größe 0? Dann habt ihr euch möglicherweise gewundert, warum diese auf einmal nicht mehr passen, nachdem ihr euch Neue als Ersatz gekauft habt? Ich kann euch beruhigen: Es liegt nicht an euch – oder wie mir eine Nutzerin von Ebay Kleinanzeigen, der es genauso ergangen ist, so nett geschrieben hat: Nein, ich bin nicht irre!

Aber von Anfang an: Ich habe mir meine ersten Renegades 2011 gekauft: Zwei Paar gleich, eines bei einem Hufschuhberater, eines hat mir meine Schwester günstig aus Kanada mitgebracht. Außer dass relativ häufig die Kabel gerissen sind, waren wir damit ziemlich zufrieden – seitdem wir die oberen Kletterschlüsse nur noch ganz locker schließen, ist das aber auch viel besser geworden. Zwischendurch war unsere Stute ca. ein Jahr lang beschlagen, danach hat sie die Hufschuhe nur noch vorne getragen, so dass die beiden Paare, abwechselnd getragen, bis zum vergangenen Frühjahr sehr gut gehalten haben.

Die Schuhe sind durch - ich brauche dringend Ersatz!

Die Schuhe sind durch – ich brauche dringend Ersatz!

Nachdem der erste ein kleines Loch an der Zehe hatte, dachte ich, ich sollte mich allmählich um Ersatz kümmern. Ein Anruf bei einer Hufschuh-Händlerinn ergab leider: Renegade habe die Größe 0 und die Größe 2 leicht verändert, beide seien etwas kleiner geworden. Das sende im Zusammenhang mit dem 2013 neu herausgekommenen Viper, Renegade habe die Größen angepasst, damit sie sich mit dem Viper besser ergänzen. Wenn meiner Stute der alte 2er knapp gepasst habe (was der Fall ist), würde der 2er jetzt wahrscheinlich nicht mehr passen. Ich soll doch deshalb den Viper probieren. Gesagt getan – ich bestellte ein paar Viper-Testhufschuhe in der von der Händlerin empfohlenen Größe. Leider zog sich die Lieferung ewig hin – zuerst waren die Testschuhe lange nicht verfügbar, dann kam noch der Poststreik dazwischen. Als ich sie endlich dahatte war die Enttäuschung groß: Die Schuhe waren viel zu kurz und in der Form zu rund, so dass sie sich am Huf drehen ließen.

Also wieder zurückgeschickt und stattdessen ein Paar Renegades classic in Größe 2w bestellt: Diese sind zwar länger aber ebenfalls zu rund in der Form. Also gingen auch die zurück. Nun war ich etwas ratlos. Easyboot gloves fliegen bei uns beim ersten Galoppsprung durch die Gegend, das hatte ich schon zweimal probiert. Schließlich entschied ich mich, es doch noch mal mit den neuen Renegades in Gr. 2 zu testen und bestellte mir die Schalen. Ich bekam sie gerade so mit Mühe und Not auf den Huf gequetscht. Beim ersten Galopp verabschiedeten sie sich allerdings… Also leider auch nix – aber immerhin konnte ich mich so auch mal selbst überzeugen, dass die Größenveränderung wirklich Tatsache ist: Ein neuer und ein alter Renegade classic in Gr. 2 aneinandergelegt zeigt: Die neue Schale ist ca. 5 Millimeter schmaler!

Ein neuer Renegade classic in Größe 2: Er ist an der breitesten Stelle etwa 12,7 cm breit

Ein neuer Renegade classic in Größe 2: Er ist an der breitesten Stelle etwa 12,7 cm breit

Beim Stöbern im Internet viel mir dann der Floating Boot positiv auf. Also nochmal die Hufe vermessen und ein paar Testhufschuhe angefordert. Die Größenabstände sind bei diesem Hufschuh allerdings relativ groß und die Hufe meiner Stute liegen gerade an der Untergrenze der Größe P3. Dementsprechend lose sitzen die Hufschuhe dann auch. Und – wen wundert’s: Auch dieser Hufschuh geht im Galopp flöten… Also wird auch er zurück geschickt… Grundsätzlich gefällt mir dieser Schuh aber übrigens sehr gut, einfach an- und auszuziehen und wirkt sehr stabil. Allerdings etwas schwerer als der Renegade.

Und nun? Warum ich nicht früher auf die Idee gekommen bin, weiß ich nicht so genau, aber jetzt schicke ich meine durchgelaufenen alten Renegades zum Besohlen. Laut Auskunft des „Hufschuhdoktors“ sind dabei Löcher an den Zehen kein Problem.

Ein alter Renegade classic in Gr. 2: Er ist ca. 13,2 cm breit

Ein alter Renegade classic in Gr. 2: Er ist ca. 13,2 cm breit

Außerdem habe ich eine Anzeige auf Ebay Kleinanzeigen geschaltet, in der ich „alte“ Renegades von vor 2013 suche. Bis jetzt habe ich schon etliche Rückmeldungen bekommen, leider haben viele den Anzeigentext nicht richtig gelesen und denken, ich meine mit „alt“ den „classic“ im Gegensatz zum Viper … Unter anderem schrieb mir auch eine Pferdebesitzerin, dass sie ganz erleichtert ist, endlich zu lesen, dass das mit der Größenveränderung stimmt: Sie hatte sich nämlich neue Renegades gekauft und sich gewundert, warum diese auf einmal nicht mehr passen. Zumal ihre Händlerin steif und fest behauptete, die Größen haben sich nicht geändert, sie habe sogar beim Hersteller nachgefragt …

Übrigens hat meine Boxennachbarin das gleiche Problem: Ihr Pferd hat Renegades in Gr. 0 und auch bei dieser Größe passten die neuen auf einmal nicht mehr. Sie hatte nun das Glück, von einer Bekannten noch ein paar „alte“ zu ergattern und hat ebenfalls ihre durchgelatschten neu besohlen lassen.

Ich bin gespannt, ob sich hier noch die ein oder der andere meldet mit der gleichen Erfahrung! Was ich nämlich seltsam finde: Im Internet habe ich nirgendwo einen Hinweis auf die Größenveränderung gefunden – weder auf den verschiedenen Seiten der Hufschuhhändler, noch in irgendwelchen Foren. Dabei muss es doch einigen Renegade-Nutzern bereits ergangen sein wie mir…

Und ja: Falls ihr noch ein altes Paar Renegades, gekauft 2013 oder früher im Schrank liegen habt, gerne auch abgelaufen, die ihr nicht mehr braucht, meldet euch bei mir! Ich lege mir jetzt einen Vorrat an …

 

 

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Irgendwie denken einige Hersteller nicht mit. Wenn Kunden die dann zu kleinen Hufschuhe bestellen, die vorher gepasst haben führt das sicher nicht zu einer Kundenbindung, ich werde das mal bei unseren prüfen ob die auch kleiner geworden sind.

  2. Ich bin da ganz einer Meinung mit Thomas Reiner. So etwas darf solchen Herstellern einfach nicht passieren. Naja die Unzufriedenheit der Kunden wird sich langfristig auch auf deren Gewinne niederschlagen. Jedem wie er es verdient.

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