Gesundheitsmonitor Pferd Deutschland

Deutschland Monitor zum Thema Pferdegesundheit

Gesundheitsmonitor Pferd Deutschland
Jedes vierte Pferd wohnt in Offenstallhaltung / Neun von zehn Pferdebesitzern sind zufrieden mit medizinischer Behandlung / Jedes dritte Pferd ist 20 Jahre alt und älter / Fütterung erfolgt oft nur zweimal täglich

Münster, 15. Juli 2013
Was wird in Deutschlands Ställen in Sachen Pferdegesundheit unternommen und wie sind die Haltungsbedingungen? Ein umfassendes Bild liefern die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Magazins Reiter Revue International, die im Januar und Februar 2013 durchgeführt wurde.

Obwohl in Pferdehalterkreisen hinlänglich bekannt ist, dass Pferde Rau- und Kraftfutter in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt fressen sollten, ist die zweimalige Rau-und Kraftfuttergabe noch immer üblich (42 Prozent) in deutschen Pferdeställen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Bundesländer kaum. 83 Prozent der Pferdehalter geben ihrem Vierbeiner neben Wasser, Rau- und Kraftfutter allerhand Zusatzfutter – in erster Linie Mineralstoffe, aber auch Vitamin- und Kräutermischungen.

Der Offenstall mit Weidezugang ist nicht die bevorzugte Haltungsform, aber mit 23 Prozent bundesweit schon recht weit verbreitet. Die regionalen Unterschiede sind auffällig: Während die Innen-Box in den Stadtstaaten wie Hamburg, Bremen und Berlin beliebt ist, setzt man beispielsweise in Baden-Württemberg und im Saarland (beide jeweils 38 Prozent) stark auf Paddock-Boxen.
Die gute Nachricht: Die an der Umfrage teilnehmenden Pferdehalter bewegen ihre Pferde regelmäßig. 70 Prozent gaben an, ihre Pferde mindestens vier Mal pro Woche bis täglich unter dem Sattel zu haben. Jedes dritte Pferd ist 20 Jahre alt oder älter, aber nur sechs Prozent sind „im Ruhestand“, was ein Beweis für die Langlebigkeit und Fitness der Pferde ist.

Was die medizinische Prophylaxe betrifft, herrscht zu den Themen Impfschutz, Entwurmung und Zahnkontrolle weitgehend Einigkeit unter den Teilnehmern der Umfrage: 96 Prozent der Pferde werden regelmäßig gegen Tetanus und 89 Prozent gegen Influenza geimpft. 99 Prozent der Vierbeiner erhalten mindestens ein- bis zweimal pro Jahr eine Entwurmung, die jährliche Zahnkontrolle hat mittlerweile ihren festen Platz im Pferdestall, dabei wird insgesamt gesehen häufiger ein Tierarzt (66 Prozent) als ein Pferdedentist (34 Prozent) konsultiert.

Nur jedes dritte Pferd kam im vergangenen Jahr gänzlich ohne ärztliche Behandlung aus, jeder zehnte Vierbeiner war „Dauerpatient“. 32 Prozent der Vierbeiner erkrankten in 2012 an einer Infektionskrankheit, dabei waren Atemweginfektionen am häufigsten unter den Leser-Antworten vertreten. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatten in 2012 Verletzungspech ihres Pferdes zu beklagen. Jede fünfte Verletzung war auf einen Biss zurückzuführen.
Schreckgespenst Kolik – immerhin 17 Prozent der Vierbeiner in der Umfrage litten mindestens einmal im letzten Jahr unter den heftigen Bauchschmerzen. Sieben Prozent aller Kolikpatienten mussten operiert werden, die meisten jedoch wurden konservativ behandelt.

In 65 Prozent aller Behandlungen war der Therapeut ein Tierarzt, jedes dritte Pferd wurde zusätzlich von einem Osteo- oder Physiotherapeuten behandelt. Neun von zehn Pferdebesitzern waren mit den Behandlungen zufrieden und sechs von zehn fanden die Kosten angemessen.

Reiter-Revue August 2013

Reiter-Revue August 2013

Quelle:
Magazin Reiter Revue International, Ausgabe 8/2013,
Erscheinungstermin: 17. Juli 2013

Ergebnisse der Umfrage unter den Lesern der „Reiter Revue International“ im Januar 2013:
3.424 Teilnehmer zwischen 20 und 50 Jahren, davon 92 Prozent Frauen.

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