gebisslose reiten mit dem Glücksrad - sanft oder nicht?

Gebisslos reiten – schonender fürs Pferd?

gebisslose reiten mit dem Glücksrad - sanft oder nicht?

Heute möchte ich euch von einer sehr interessanten Erfahrung berichten, die ich bei meiner letzten Reitstunde gemacht habe – aber ich muss zuerst etwas weiter ausholen:
Ich bin einige Jahre lang aus Überzeugung ausschließlich gebisslos geritten, mit Sidepull, Kappzaum und Glücksrad. Beide eigenen Jungpferde habe ich gebisslos eingeritten. Die üblichen Vorurteile gegenüber gebisslosen Zähmungen, die ich hier garnicht alle aufzählen will, teile ich also keineswegs.

Seit ungefähr drei Jahren reiten wir unsere Lipizzanerstute nun mit einer Wassertrense ohne Sperrriemen, weil uns damit im Dressurunterricht doch vieles leichter fiel. Wenn meine beiden Töchter reiten, verwende ich meistens eine gebisslose Zähmung – um, wie ich dachte, Rosana zu schonen… Nun habe ich mich vor kurzem, als Rosana bereits mit dem Glücksrad für meine Tochtergezäumt war, selbst kurz draufgesetzt, um sie ein bisschen abzureiten. Dabei war ich überrascht, wie gut sie damit lief: Sie war sehr stabil (sonst schwankt sie häufig und fällt auf eine Schulter) und wölbte den Rücken gut auf. Ich ritt allerdings nur 10 Minuten und so waren meine Beobachtungen etwas beschränkt.

Deshalb wollte ich das Ganze gerne meiner Reitlehrerin zeigen und zäumte Rosana für die nächste Reitstunde ebenfalls mit dem Glücksrad. Und gemeinsam machten wir folgende sehr interessante Beobachtungen:
Rosana ging viel leichter durchs Genick – während sie sonst die Nase immer deutlich vor der Senkrechten hat und eigentlich NIE zu tief kommt, musste ich jetzt sehr aufpassen, dass sie sich nicht einrollte. Während sie sonst gerne mal kräftig gegen das Gebiss geht,wenn ihr etwas nicht passt, traute sie sich das beim Glücksrad überhaupt nicht! Ich hatte insgesamt wesentlich weniger Gewicht in der Hand und musste ganz, ganz vorsichtig einwirken, damit sie nicht hinter den Zügel kam. Es war eigentlich ein Reitgefühl wie mit einer Kandare!

Hier scheint das Pferd locker: Ein Foto aus der Zeit, als ich Rosana noch ausschließlich gebisslos ritt

Hier scheint das Pferd locker: Ein Foto aus der Zeit, als ich Rosana noch ausschließlich gebisslos ritt

Dazu kam, dass ihr diese Zähmung sozusagen den Schwung abwürgte: Es war viel schwieriger, sie zu einem frischen Vorwärts zu bewegen, als mit der Trense. Rosana war früher mal sehr klemmig und das gute Vorwärts haben wir sehr mühsam aber auch sehr erfolgreich mit meiner jetzigen Reitlehrerin erarbeitet. Mit dem Glücksrad schien sie in dieses alte Muster der Klemmigkeit zurück zu fallen.
Passend dazu wurde sie recht kurz – auch das ist ein Bewegungsmuster, dass sie von sich aus mitbringt: Den Hals stark aufrichten und den Rücken fest machen… In diesem Zustand ist sie dann zwar ziemlich stabil (die oben erwähnte Stabilität in der Schulter), aber das ist auch schon der einzige Vorteil…

Ich muss noch dazu sagen, dass das Glücksrad relativ locker eingestellt war: Meine Reitlehrerin beobachtete die Räder genau und meinte, dass sie sich bei meiner Zügeleinwirkung überhaupt nicht drehen würden. Auch die Kinnkette haben wir mit dem Finger geprüft und man musste schon kräftig ziehen, damit hier ein Druck entstand.

Für meine Reitlehrerin und mich war diese Reitstunde eine sehr, sehr interessante Erfahrung: Sicher ist das individuell bei jedem Pferd verschieden, aber Rosana hat offensichtlich einen sehr großen Respekt vor der Einwirkung des Glücksrads – einen größeren als vor dem Gebiss! Ich konnte sie damit viel leichter im Genick kontrollieren, was dem Reiter ja bekanntlich viel Macht über das Pferd gibt. Auch traute sie sich viel weniger, ihre Meinung zu äußern, was sie sonst immer gerne zu fast jeder meiner Maßnahmen tut. Für Rosana ist das Glücksrad im Vergleich zur Wassertrense definitiv die schärfere Zähmung mit der sie sich leichter „unterjochen“ lässt.
Meinen Kindern  werde ich dieses „Gerät“ sicher nicht mehr in die Hand geben. Ich selbst werde aber sicher in Zukunft hin und wieder damit reiten, um noch genauer herauszufinden, wie und warum das Glücksrad wirkt und welche Vorteile diese Wirkungsweise vielleicht für die Ausbildung auch bietet.
Und ich werde unbedingt auch mein altes Sidepull wieder einmal herauskramen, um zu sehen, wie das im Vergleich wirkt!

Mich würde sehr interessieren, wie eure Pferde auf verschiedene Zähmungen reagieren und ob es noch andere Pferde gibt, die das Glücksrad als so „scharf“ empfinden.

34 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Spannend… frage mich aber auch, ob die Erfahung mit einem korrekt verschnalltenm LG auch so wäre…

    Ich habe allerdings sehr wohl die Erfahrung gemacht, dass mein Hü sich gegen den LG Zaum „stellen“ kann, wenn ihm etwas nicht passt. Ich habe sogar kurzfristig mal die Shanks dran gemacht, damit ich bewusst mehr Einwirkung habe. Also „so schlimm“ kann es für mein Hü jedenfalls nicht gewesen sein, denn er war so verfressen, dass er einfach mit voller Kraft gegen die Zügel drückte, um ein Blättchen von einem Ast zu fressen… Ich habe da auch schon mal mit etwas Kraft die Zügel fest gehalten (Asche über mein Haupt), aber das störte Monsieur in seiner Fresslust wirklich gar nicht…
    Aber ich bin auch nur Feld & Wiesenreiter…
    PS: So wie der LG auf dem Bild oben verschnallt ist, wäre aber ja auch gar keine Hebelwirkung da & somit auch kein Druck auf’s Genick – also mag ihr Pferd vielleicht einfach den Druck auf die Nase nicht?
    LG
    Zorbas Fellnase

    • Spannend.
      Ich reite meine Pferde mit allen möglichen Zäumungen – Trense, Sidepull, Glücksrad, Hackamore, Halfter, Knotenhalfter, Halsring,…
      Hauptsächlich bin ich mit Trense unterwegs, aber je nach Pferd, Lust und Laune auch schon ganz gern mal gebisslos.
      Mein Dt. Reitpony bin ich etwa 2 Jahre lang fast ausschließlich gebisslos geritten. Zu dieser Zeit waren wir viel im Gelände unterwegs und haben uns mit Trailaufgaben beschäftigt und wenig dressurmäßig gearbeitet. Eben wegen der Dressurarbeit habe ich dann doch irgendwann wieder öfter die Trense eingeschnallt und bin letzten Endes dabei geblieben. Für längere Ritte nehme ich aber gern das Sidepull, weil es da viel unproblematischer ist, das Pony unterwegs grasen zu lassen. Grundsätzlich reagiert er auf beides gut.

      Seit ein paar Monaten nehmen wir regelmäßig Springstunden und eines Tages kam ich auf die Idee, mit meinem Pony mit Sidepull an der Springstunde teilzunehmen. Warum auch nicht, im Gelände kommen wir ja prima damit klar und grundsätzlich reagiert er ja auf beide Zäumungen gut – Sidepull oder Trense.
      Tja, diese Stunde wurde der Reinfall des Jahrhunderts – mein Pony empfindet das Sidepull nämlich als viel schärfer als die Trense. Am Anfang übersprang er sich etwas, ich gab nicht genügend nach – und er bekam einen Ruck auf die Nase.
      Und von diesem Moment an fanden wir nicht mehr zusammen. Mein Pony sprang den Rest der Stunde nur zögerlich oder gar nicht oder eben wieder sehr heftig – weil er Angst hatte, eins auf die Nase zu bekommen – was dann halt zwangsläufig wieder passierte, wenn er so heftig sprang.
      Mit Trense nimmt er mir das nicht halb so übel, wenn ein Sprung etwas holprig wird. Mit dem Sidepull wurde er in der Stunde immer klemmiger und zögerlicher, egal wie viel Mühe ich mir gab, weich mitzugehen und richtig nachzugeben überm Sprung.
      Seitdem springen wir also wieder mit Trense und das funktioniert gut :)

      • Was du berichtest finde ich auch sehr spannend: Es scheint also so zu sein, dass zumindest für einige Pferde der (potentielle) Druck auf dem Nasenrücken „furchteinflößender“ ist, als der durch das Gebiss.
        Ich könnte mir vorstellen, dass das auch daran liegt, dass das Pferd beim Gebiss immer bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit hat, durch Zurechtlegen mit der Zunge und Öffnen des Mauls die Wirkung des Gebiss zu beeinflussen (vorausgesetzt das Maul ist nicht mit einem Sperrriemen zugeschnürt). Mit den Nasenrücken kann es nichts „aktiv“ machen, außer halt mit dem ganzen Kopf auszuweichen, sich also einzurollen.

    • ich reite mal mit und mal ohne gebiss und wenn ohne… dann mit glücksrad..mein pferd ist mit dem glücksrad sehr gut zu reiten , geht locker u frisch vorwärts ( auch mit gebiss) und ist dabei ganz entspannt .
      die einwirkung ist sehr gut u meine stute rollt sich nicht auf (was allerdings mit gebiss eher mal passieren kann) … hab sogar das gefühl das sie sich mit dem glücksrad wohler fühlt
      mit der anlehnung klappt es mit beidem sehr gut
      für mich ist das glücksrad ne suuper alternative aus die ich gerne zurückgreife :-)

    • Hallo, ich habe änhliche Erfahrungen gemacht mit dem LG-Zaum. Die Stute von meine Chefin die ich qusai wie mein eigenes Pferd behandeln kann. Sie ist sehr lose in sicht swankt und torkelt viel und ist dazu enmorm vorhand lastig. Ich fand es shon immer schwer sie zu reiten weil dieses Pferd einfach keine eigene Körperspannung besitzt (locker ist ja schön, aber so locker, dass sie sich hängen lässt wie ein Mehlsack). Hatte immer Probleme mit der Lenkung weil ich sie nicht genung am sitz reiten konnte. Auf jedefall diese Stute auf LG-Zaum Lenkbar und stabiel konnte sogar beinnen seitengänge zu reiten. Bis wir rausgefunden haben das sie sich auch nur wegspannt hals starr rücken weg diese Spannug wollten wir nicht haben also wieder Gebiss nach 1/2 LG-Zaum katastrophe lenken ging garnicht mehr hab 3 monate gebraucht um überhabt wieder eingermaßen durch die Halle zu wackeln. Mitlerweile läuft sie sehr schön und durchlässig am Gebiss (ich entwickle mich ja zum glück auch weiter).

    • Interessant- ich hab ne ähnliche Geschichte- auch pro Gebisslos hab so ziemlich alle alternativen, auch glücksrad…
      mein Lipizzaner hab ich auch gebisslos angeritten… iwann nach gefühl dann auf trense (ohne Nasenriemen) umgestellt…
      auch 1 Friese hab ich gebisslos begonnen und dann auf trense umgestellt.. ich probier da aber einfach aus und folge dem Gefühl, dass mir das Pferd vermittelt… werd da noch genauer auf die kleinen Zeichen hinschauen.. danke für deinen Bericht!

    • Hallo :).. Ich reite meine Pferde ausschließlich gebisslos, allerdings seit einiger Zeit nicht mehr mit jeglicher Hebelwirkung (Glücksrad,mech. Hackamore usw,…). Momentan habe ich quasi ein normales Reithalfter von einer Trense mit angebrachten Ringen, in die ich die Zügel, hänge, die jedoch nirgendwo am Pferd drücken. Ich finde, die Zügel auf ihrer Abbildung gut eingestellt. Die Hebelwirkung ist nicht zu stark. Jedoch sitzt meiner Meinung nach der Nasenriemen zu tief und drückt somit bei jeder Zügeleinwirkung extrem auf die empfindlichen Knorpel und fügt damit deutlich mehr Schmerzen zu als eine Wassertrense. Das Rad sollte ca 1-2 Finger unter dem Jochbein sitzen. ( So dass es das Jochbein nicht beeinträchtigt aber auf keinen fall zu tief). Als ich das bei meiner Stute geändert habe, hat sich vieles Verändert und sie hat sofort aufgehört sich einzurollen. Liebe Grüße und viel Erfolg :)

      • Hallo und danke für die Rückmeldung!
        Ich wollte neulich endlich mal wieder mit Glücksrad reiten und aufgrund der Anregungen das Nasenteil höher einstellen – leider musste ich dabei feststellen, dass das Kopfstück nicht mehr kürzer zu schnallen ist… Ich muss also dran denken, eine Lochzange mit zum Stall zu nehmen, dann werde ich wieder berichten!

    • Das ist eine gute Erkenntnis.
      Wenn wir einmal an den Anfang der gebisslosen Zäumung gehen, werdet ihr sehen, dass sowohl das Sidepull, der LG oder auch das Hackamore ursprünglich einhändig geritten wurden. Die langen Zügel verhindern hier den steten Dauerdruck auf der Nase und nur die minimalste Veränderung der Zügelhaltung soll eine Reaktion beim Pferd auslösen. Wenn wir uns zudem die Anatomie des Pferdes anschauen, werden wir auch bemerken, dass grade der Nasenrücken mit vielen sehr sensiblen Nerven ausgestattet ist, die, auf Grund der wenigen Weichteile am Schädel, direkt oberflächlich liegen. Somit ist leicht zu erklären, dass Pferde bei ruckartigem Druck oder Dauerdruck ( wie bei der Dressur nun mal die stete Verbindung) wesentlich empfindlicher reagieren. Somit sollte klar sein, dass solche Trensen vergleichbar mit Kandarren sind und keines falls in die Hände von Reitanfänger gehören! Ein abgestumpftes, klemmiges Pferd ist dann leider oftmals die Folge.

  2. Super interessant. Ich persönlich wechsele auch öfter, allerdings genau aus umgekehrten Gründen. Mit Gebiss habe ich mein Pferd viel präziser und leichter an der Hand, jedoch hat er Phasen, in denen es extrem schwer ist, damit ein Vorwärts und einen Ansatz von Schwung zu erreichen. (Er hatte auch eine Zahnkrankheit, dadurch ist er vermutlich lange besonders empfindlich IM Maul gewesen und quasi „vorbelastet“).

    Dann wechsele ich gerne für einige Male auf Hackamore oder Glücksrad, denn damit klappts in der Regel plötzlich wieder. Dann arbeitet der Rücken mehr und er läuft mehr vorwärts. Ich muss dann jedoch sehr aufpassen, dass ich ihm nicht seinen Kopf trage. Ich achte grad beim Hackamore drauf immer wieder loszulassen und dennoch knallt er sich sehr gerne voll drauf: „Trag du mich doch.“ – ist auch viel deutlicher vor der Senkrechten. An dem Punkt steige ich dann wieder auf die Trense um. So klappts ganz gut, aber ich scheine da einen Kandidaten zu haben, auf den Druck auf der Nase keinen besonderen Eindruck macht.

    Das Bitless Bridle kann ich übrigens ganz knicken. Gefühlte Tonnen in der Hand und jede Hilfe kommt vom Gefühl her verzögert und schwammig vorne an.

    So kanns gehen, Patentrezepte gibts einfach nicht.
    Und ob nun mit oder ohne Gebiss.. solange man es ordentlich macht, sollte beides sehr schonend sein :)

  3. Ich bin gerade fassungslos! Du beschreibst haargenau bis in alle Einzelheiten das Verhalten meiner Stute. Das Verkriechen und verhaltene Laufen und dieser offensichtlich ungeheure Respekt vor dem Glücksrad. Aber ich bin auch froh dass es mir offensichtlich nicht allein so geht.
    Im Unterricht und auf dem Platz benutze ich wieder ein einfach gebrochenes Olivenkopfgebiss, damit hat sie ihren alten Schwung wieder und traut sich was.
    Danke für den Bericht, der fördert meinen Seelenfrieden doch sehr.

  4. Ich stieg auf gebisslos um da mein altes pony aus dem sport zu stark auf gebisse reagierte bzw.nicht reagierte. Ich reite ihn oft mit sidepull mit flachem ledernasenband. Nehm das auch zum arbeiten inkl.dressur/springen. Ich ritt länger mit em glücksrad doch er fing an mit em kopfschlagen trotz meiner feiner hand. Ich fand das teilweise schärfer wie kandare. Drum lies ich es dan.die kinder reiten am halfter (anfänger)

  5. Ich habe seit 4mon. fin ehemaliges Fahrpferd (Fjord) 8j.
    welchen ich erst zugeritten habe…mit einfacher Olivkopftrense….er reagierte sehr ungenau und ich hatte das Gefühl sin Kopf ist ihm zu schwer.Vor 2 mon. versuchte ich es gebisslos mit Flower und Franz. Cavecon….es war genou das gleiche! Endlich kam mir die Idée: Vom Fahren kennt er die Fahrkandare…also gab ich ihm eine ungebrochene Westernkandare und damit ist er sooo zufrieden…bei mir im Grundstück habe ich anstatt einmal Nähgarn als Zügel verwendet und es ging einwandfrei.Es kommt halt auch immer auf das Pferd an…was de einen behagt,gefällt dem anderen gar nicht

  6. Eine sehr spannende Beobachtung! Ich reite auch gern gebisslos, allerdings derzeit noch mit Knotenhalfter. Ich habe meine Stute aus schlechter Haltung übernommen und sie kennt das Gebiss nicht als etwas Positives. Mit dem Knoti konnte ich erst die Nachgiebigkeit am Boden erklären, die ich dann in den Sattel übertragen habe. Das klappt so gut, dass ich jetzt auch wieder mit Gebiss reiten kann: Ich habe mir ein Myler-Gebiss gekauft. Auch darauf reagiert sie sanft und locker ohne zu meckern.

    Eine Frage habe ich zu den Bildern: ist das Glücksrad nicht zu tief verschnallt? So drückt der Nasenriemen direkt auf das dünne Ende des Nasenbeins, eine sehr empfindliche Stelle. Wenn du den Riemen höher schnallst, reagiert sie dann genauso?

    Man kann die verschiedenen Zäumungen nicht einfach in „sanft“ und „grob“ einteilen. Jedes Hilfsmittel ist so sanft oder schmerzhaft wie die Hand, die darauf einwirkt. Selbst mit einem Stallhalfter kann ich einem Pferd sehr weh tun, auch wenn das im Verhältnis schwerer ist als mit einem dünnen Riemen oder einem Gebissstück.

    • Hallo und danke für deinen Kommentar! Als ich mir die Bilder angeschaut habe, hatte ich selbst auch den Eindruck, dass das Glücksrad hier ein bisschen zu tief verschnallt war. Die Bilder sind ja 3 Jahre alt, ich werde bei nächster Gelegenheit nachschauen, ob es immer noch so tief eingestellt ist und es ggf. höher verschnallen.

    • Danke für den Hinweis! Ich werde vor der nächsten Verwendung auf jeden Fall noch mal die Verschnallung prüfen und ändern.

  7. Das Glücksrad ist definitiv zu tief geschnallt und außerdem zu lasch. Ich habe den Nasenriemen mit echt Lammfell-Klett ummantelt und die Kette mit Neopren-Klett. Dazu habe ich ein Kopfstück von Herrn Meroth. Dadurch sitzt das perfekt und rutschfrei am Kopf. Somit kann man präzise mit leichter Hand! arbeiten, ohne, daß das Teil am Kopf hin- und herrutscht.
    http://www.merothisch.com/p_ung1.jpg
    über diesen link kannst Du das Kopfstück einsehen.
    Ich habe auch zusätzlich Knoti und 2 Myler-Gebisse mehrfach gebrochen 1 mit Kupferrolle und das andere hat so einen kleinen „Hundeknochen“ in der Mitte. Halsring geht auch. Wie alle schon schrieben, es ist egal, was Du am Kopf hast, die einfühlsame Hand ist entscheidend! Wobei das Pferd ja eigentlich über Schenkel- und Gewichtshilfen gehen sollte (Impulsreiten)
    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß mit und ohne Gebiß.
    Astrid

  8. Also mich wundert nicht das die Stute auf ein Glücksrad=Blümchen =Blumenhackamore=LG Zaum empfindlicher reagiert! Es ist eben ein Hackamore und hat eine Hebelwirkung, die mind. genauso furchtbar eingesetzt werden kann wie ein Gebiss! Ein Hackamore welcher Art auch immer darf nie in Anlehnung geritten werden, dafür ist es nicht gemacht! Impulse gibt man damit, Anlehnung im klassischen Sinne ist verboten! Gebisslos reiten ist natürlicher und besser für das Pferdemaul und den Respirationstrakt! Wer Gebisslos reiten möchte sollte in Physik besser aufgepasst haben und sich mal Gedanken machen über die Wirkungsweise und die Wirkung auf den Pferdekörper! Gebisslos reiten soll auch unbedingt bedeuten zügelunabhängig, durch Sitz, durch impulse zu dirigieren, es erfordert oft ein umdenken in der Kompletten reitweise!

    • Danke für deinen Kommentar! Ich denke allerdings nicht, dass es in diesem Fall auf die Hebelwirkung zurückzuführen ist, weil das Glücksrad aufgrund der Verschnallung so gut wie keine Hebelwirkung hatte. Ich werde das aber baldmöglichst testen, indem ich sie mal mit Sidepull reite zum Vergleich. (Im Moment bin ich leider durch eine Sprunggelenksverletzung außer Gefecht, Bericht kommt also leider erst in ein paar Wochen, wenn ich wieder reiten kann…)

  9. Ich reite meine Stute auch gern mit Glücksrad, da dann aber nur am langen Zügel. Sie geht damit deutlich entspannter und ruhiger. Mit Gebiss streckt sie erst am Ende des Reitens und mit Glücksrad gleich von Anfang an. Deswegen reite ich sie gern gebisslos, damit sie sich schön streckt und den Rücken aufwölbt. Ich bin aber auch nur Freizeit Reiter. Aber auch bei ihr ist es so, wenn ich die Zügel annehmen um sie parieren (natürlich nur zusätzlich zu den Gewichtshilfen und auch nur so leicht wie möglich) reagiert sie viel sensibler und schneller als mit Gebiss. Im Gelände regt sie sich mit Trense öfter und schneller mal auf als mit Glücksrad und ist damit deutlich entspannter.
    LG

  10. Wer sich seriös mit dem LG befasst hat weiss, dass dieser wesentlich höher eingestellt werden müsste (Rad max. 2 Finger unter dem Jochbein), da er sonst auf den sehr sensiblen Teil der Nase wirkt, was dem Pferd verständlicher Weise sehr unangenehm ist.

    & von welcher Einwirkung des Glücksrades redet die Dame denn da?
    Der LG ist auf dem Bild von der Hebelwirkung her wie ein Halfter verschnallt (allerdings auch noch falsch), kann also da sich die Räder gar nicht drehen auch keine Einwirkung aufs Genick & Kinn haben, sondern nur auf die Nase.
    Zudem würde er so (wenn er denn noch entsprechend enger anliegt – was ja eigentlich auch noch wichtig wäre), die Atmung behindern.

    Mit dieser falschen Verschnallung gibt der LG aber ausschließlich Druck auf die empfindliche Nase & sicher nicht auf das Genick oder gar Kinn. Jedoch ist aufgrund der zu lockeren Einstellung ja eh gar kein Hebel verfügbar. Das LG Rad muss immer so verschnallt werden, dass der Druck regelmässig verteilt wird, erst recht falls eine Hebelwirkung gewünscht ist. Also immer ein „Kuchenstück“ zwischen Backen- Nasen & Kinnriemen leer lassen (siehe Bilder).
    Die Autorin schreibt sogar selber, dass sich das Rad nicht dreht (was so auch nicht möglich ist) – folglich kein Hebel also kein Druck auf Genick & Kinn. Ihr Pferd versucht sich lediglich dem ganzen Druck auf den dem empfindlichen Nasenknochen zu entziehen, was ich gut verstehen kann.

    Schade, leider wurde hier dem LG-Zaum komplett seine ansonsten sehr präzise Wirkung genommen (Die Anleitung mit erklärenden Grafiken wurde ganz offensichtlich nicht studiert). Falls diese Reiterin wirklich schon jahrelange Erfahrungen mit dem LG hat, so hat sie ihn wohl leider auch all die Jahre immer falsch angewendet…
    Dieser Artikel bringt einfach grundlos den LG in Verruf, ohne das man darauf achtet, das das „Werkzeug“ hier einfach falsch angewandt wird. Wer sich zB. ein Radio kauft & den Stecker nicht am Strom anschliesst, sollte sich nicht wundern, wenn keine Musik gespielt wird…

    • Hallo Zorbas, vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wie schon weiter unten gesagt, werde ich bei nächster Gelegenheit den LG-Zaum in korrekter Verschnallung verwenden und dann über die Ergebnisse berichten.
      Auf keinen Fall lag es in meiner Absicht, den LG-Zaum in Verruf zu bringen und ich denke, dass tut der Artikel auch nicht. Ich beschreibe ja ganz bewusst die individuelle Wirkung auf MEIN Pferd.
      Herzliche Grüße

  11. Ich bin mein Pony auch mit dem Glücksrad geritten, da er auf dem Gebiss nur tun gehackt hat , aufgerollt und es gehasst hat. Nach einiger Zeit fand er auch das nicht mehr der Hit, das aufrollen würde nicht besser. Meine ostoepathin auch Reitlehrerin, stellte dann fest das, dass Nasenbein stark komprimiert war. Nun reite ich ihn mit einem portugiesischem Zaum der über Gebiss und etwas über die Nase wirkt, und er findet es klasse.

  12. Hallo!
    Ich persönlich reite meine Stute meistens mit Bit (Western Kandare) relativ locker. Manchmal auch mit wassertrense oder knotenhalfter. Ich habe bei ihr die Erfahrung gemacht, dass sie sich mit dem Bit einfach am wohlsten fühlt! Da macht sie sich rund, geht schön locker, biegt sich gerne, geht gern kontrolliert vorwärts und aber auch im gemütlichen Tempo. Bei der wassertrense lehnt sie sich gern mal dagegen und sperrt das Maul auf und geht total steif. Beim knoti hab ich das Gefühl dass sie sich nicht sicher fühlt … Sie wird im Trab leicht von selbst schneller und sucht nach dem Gebiss.
    Ich persönlich bin dereinung dass alles, egal ob Gebiss oder gebisslos, sowohl sanft als auch scharf geritten werden kann und werde auch bei dem Bit bleiben.
    Lg

  13. Hallo.

    Ich reite mein Pony ausschließlich gebisslos, da er mit Gebiss kopfschlägt. Das Hackamore nahm er sehr gut an, ich habe allerdings auch die sehr weiche Version gewählt (dick gepolsteter Nasenriemen, kurze Anzüge, Kinnriemen aus Leder). Ein herkömmliches Sidepull sorgte bei ihm eher für Verwirrung, er wusste nicht mehr, was ich von ihm wollte – was natürlich auch an mir gelegen haben kann.
    Nun reite ich ihn seit einigen Monaten ausschließlich mit dem LG-Zaum und bin grenzenlos begeistert. Während eines Wanderritts habe ich auf die Einschnallvariante ohne Hebelwirkung umgestellt, mein Pony akzeptiert den Zaum, geht befreit, hört auf die kleinsten Einwirkungen. Ich benutze auch hier die weiche Variante (Lederkinniremen, sehr breites Nasenband aus Leder). Aus dem LG-Shop sind lediglich die Räder, die anderen Zaumteile habe ich von anderen Herstellern, da sie bei meinem Pony besser passen.

    Hattest du denn mit der korrekten Verschnallung bessere Ergebnisse erzielt?

    Fü eine Wirkung ohne Hebel muss der Zügel hinter dem Kinnriemen verschnallt werden (Richtung Pferdepo). Kinnriemen und Nasenriemen sollten sich gegenüberliegen.

    Ich musste aber auch bei meinem Poyn erfahren, dass Zaumvorlieben oft sehr individuell und wirklich von Pferd zur Pferd verschieden sind. Unser anderes Ponylief mit dem Hackamore im Gegensatz zu meinem Kleinen schlecht, dafür ist ein gebissloses Wanderreithalfter hervorragend für ihn.

    Beste Grüße
    Lina

    • Danke für deinen Erfahrungsbericht! Ich bin selbst leider immer noch nicht dazu gekommen, einen neuen Versuch zu machen, weil ich verletzungsbedingt eine ganze Weile ncih freiten konnte und jetzt unser Pferd gerade umgezogen ist. Ich werde dann aber auf jeden Fall berichten!

  14. Hallo Zusammen,
    ich glaube das ist wirklich Pferd abhängig. Denn es ist ja nichts anderes als bei uns, wir ziehen auch nur das an worin wir uns wohlfühlen :)
    Ich hab zwar versucht einen passenden Artikel zu finden, jedoch gehen die Meinungen auseinander und deshalb denke ich das hier etwas experimentiert werden muss, was dem Hü gefällt.

  15. Also mir erging es ähnlich wie dir Franziska… hier ein Auszug aus meinem Trainingstagebuch über LG Zaum :

    „Mein persönliches Fazit:
    Der LG Zaum eignet sich toll um reiterliche Defizite herauszufinden … Ist das Bein mal nicht so dran, wird gleich hochgedrückt und man kann nichts dagegen tun. Hat man den korrekten Sitz und sein Bein entsprechend dran geht das Pferd wunderbar. Wäre eigentlich auch der Sinn eben ohne Hand fein zu Reiten…
    Ich fand Prada sogar wesentlich zufriedener als mit Gebiss. Dazu muss ich aber sagen dass ich bei Prada ja das Problem habe keine wirkliche Anlehnung herstellen zu können mit Gebiss da sie so „naggelt“ . Vielleicht mag sie das Gebiss nicht so gerne, denn heute war die Anlehnung kein Problem.Prada ging heute locker von hinten nach vorne (sonst ist eher die HH ihr Problem – heute nicht), also ein schönes Vorwärts-Abwärts mit untertretender HH.
    Übergänge stellen kein Problem dar
    (ich reite aber sowieso immer über den Sitz die Übergänge oder Haltparaden – ich weiß nicht was passiert wenn man versucht über den Zug am Zügel zu bremsen – ich vermute dass dann zuviel Druck auf die Nase kommt und Pferde das nicht lustig finden…).

    Was ich heute noch als schwieriger empfand, war das korrekte biegen bei Travers zum Beispiel. Also ich hatte da wenig Kontrolle ihren Kopf mit den Zügeln zu fein zu stellen. Das Seitwärts und biegen beim Bauchbereich kein Problem, aber das stellen „vorne“ für mich heute schon schwierig bis unmöglich (also korrekt geritten). Fliegender Galoppwechsel, Volten, Bahnfiguren überhaupt kein Problem, allerdings fehlten so ein bisschen die Stellungsfeinheiten. Kann aber auch an mir liegen.
    Laut Buch geht aber auch das Stellen ganz einfach, also nehme ich mal an ich hab den Zaum falsch eingestellt oder verschnallt. “

    So, das war allerdings der ERSTE TAG mit dem LG Zaum….

    zweiter Tag: “ Heute hat mich mein Pferd ignoriert, veräppelt, nicht ernst genommen,… ich hatte null Einwirkung sie ist mir 2 mal durchgegangen im Galopp (das ist NEU ?!?) am Zügel kurz einwirken ist aber dann nicht möglich gewesen weil sie dann gleich buckeln oder steigen wollte… Also heute ähnliches Fazit wie Franziska. Entweder hat sie sich gewehrt (und ich habe wirklich keine grobe Hand – das kann ich sicher sagen) oder mich veräppelt. Ich weiß es nicht genau. “

    Momentan ist die „Testphase“ gerade still gelegt weil Kurse etc sind, werde aber sobald es wieder ruhiger ist , das BB ausprobieren… Lg.

  16. Interessante, gute Seite.

    Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, auch den LG-Zaum zu verwenden. Ich habe drei verschiedene Pferde.

    Mein Quarter, welcher an Knotenhalfter, Wassertrense und Bit gewöhnt ist, hat mir beim ersten Versuch mit der Bitless Bridle (ja, ist jetzt kein LG-Zaum, aber auch kein Gebiss) gezeigt, wie gut mein Sitz wirklich ist und wie gut ich zügelunabhängig reiten kann. Das war vor zwei Jahren. Es war eine einzige Katastrophe. Ich gab nach zwei weiteren Versuchen auf. Er verwarf sich im Hals, lief über die Schulter nach außen oder Innen und erzählte mir, das Biegen nicht geht. Im Galopp war er kaum zu kontrollieren.

    Dass ich meinen Quarter nicht gut gebisslos reiten konnte, machte mich unzufrieden. Ich fing an, zu analysieren, wieso das so ist. Er ist extrem sensibel und sonst sehr kooperativ. Wenn ich mit Wassertrense reite, ist er flüssig unterwegs und macht alle Arten von Seitengängen, Tempiunterschiede und flüssige Richtungswechsel, Volten oder Zirkel. Er ist jedoch nie in sich gerade. Ich muss eine Menge „arbeiten“, damit er gerade läuft. Im Gegensatz zu meinen anderen beiden Pferden, diskutieren wir jedes Mal darüber. Ich sag „gerade“ er sagt „lieber natürliche Schiefe“. Ich reite ihn seit 15 Jahren. Im Laufe dieser Zeit, denke ich über manche „Handgriffe“ gar nicht mehr nach. Läuft er z. B. auf einem Linkszirkel mit der Schulter nach rechts außen, blockiere ich diese rechte Schulter mit dem rechten Zügel l e i c h t rückwärts einwirkend. Gleichzeitig überprüfe ich, ob mein Gewicht gleichmäßig im Sattel verteilt ist und ich in der Bewegungsrichtung sitze, ohne in der Hüfte einzuknicken. Da er z. B. beim rechts „Über – die -Schulter – nach – außen – laufen“ meist den Hals vermehrt nach links biegt, darf ich nicht zu viel Zug am linken Zügel zum Ausgleich aufbauen. Ich muss mit dem äßeren Schenkel leicht begrenzen und mit dem inneren nicht zu viel Druck machen. Die Zügel, in einem Gebiss kontrollieren auch die Beine. Rechter Zügel nach hinten (wohlgemerkt im Millimeterbereich) beeinflusst das linke Hinterbein. Es tritt kürzer. Rechter Zügel leicht (Millimeter) nach oben, hebt die rechte Schulter und die Vorhand „kommt hoch“. Das gleiche umgekehrt mit dem linken Zügel. In diesem Verständnis reite ich nun schon 15 Jahre. Ich setze nie eine einzige Hilfe ein, immer alle Zusammen. Sitz, Schenke und Zügel und bei mir auch Stimme.

    Mit dem Bitless Bridle fiel eine Hilfe weg. Nämlich die Zügelhilfe im Maul. Logisch :-) Ich konnte die Schulter nicht mehr heben oder begrenzen. Ich hatte auch weniger Kontrolle über die Hinterbeine. Doof. Ich kam mir vor, als sitze ich zum ersten Mal auf einem Pferd. Frust. Bücher noch und nöcher gelesen. Im Internet recherchiert.

    Dann bin ich zu folgender Überzeugung gekommen: Zu jeder Art von Zäumung gibt es einen Führerschein. Ich muss mir darüber klar sein, was ich möchte und wie ich bisher geritten bin. Jede Einzelheit ist wichtig. Auch die, über die man gar nicht nachdenkt, weil sie schon ins Fleisch und Blut übergegangen sind.

    Ich kann meinen Quarter nun auf der Bitless Bridle reiten. Daher denke ich, dass es auch mit dem LG-Zaum klappen könnte. Auch wenn diese Zäumung wieder anders einwirkt. Ich habe mir die Klassisch-Reiter angeschaut und auch Unterricht genommen. Mir war nicht bewusst, dass ich wirklich nicht genug darin geschult war, meinen Körper einzusetzten. Wenn ich meinem Quarter nun eine Wade anbiete, biegt er sich um diese. Er läuft auch nicht über die Schulter nach Außen. Er kann unterschieden – und ich auch – wann es ein treibender Schenkel ist und wann einer, dem er weichen soll und wann meine Wadene einfach nur Kontakt haben, weil sie ja irgendwo sein müssen. Die Zügel werden wirklich nur noch unterstützend eingesetzt. Vor zwei Jahren war ich der Meinung, das ich das bereits schon tue 😉

    Hauptsächlich wird nun mit dem Körper geritten, also mit meinen Gewichtshilfen und den Bewegungen meiner Hüfte, unterstützt von den Schenkelhilfen. Und wenn das funktioniert, dann klappt es meiner Meinung nach mit jeder Zäumung.

    Mein Ziele sind jedoch auch keine S-Dressur, ein Vielseitigkeitsparcour oder ein S-Springen. Ich habe beim Reiten keinen Zeitdruck. Ich kann die Übungen reiten, die mir mein Pferd gerade anbietet und baue so weniger Druck auf.

    Viele Reiter, welche ich sehe, kennen nur noch die Zügelhilfe und die klopfenden Schenkel. Das Pferd soll möglichst schnell in eine Lehrbuchform gepresst werden. Ohne Rücksicht auf Exterieur oder Interieur. Und bei denen klappt es dann auch nicht Gebisslos. Das Pferd spürt auf einmal einen Druck an einer anderen Stelle seines Körpers. Am Maul inzwischen daran gewöhnt, erschrickt es auf einmal, wenn dieser gleichstarke Druck nun auf dem Nasenrücken ist. Für den Reiter fühlt es sich meist nicht stärker in der Hand an. Für das Pferd ist es eine komplett neue Erfahrung.

    Wenn es sich nun hinter die Senkrechte verkriecht und sich nicht mehr vorwärts traut, ist die Zügeleinwirkung des Reiters einfach zu stark. Man kann nicht gneauso drauf losreiten, wie man es gewohnt ist. Das ABC muss neu gelernt werden. Und das geht nicht von heute auf morgen. Schritt für Schritt, und Schritt mal wörtlich.

    Das ist natürlich nur meine Meinung. :-)

  17. Hallo!
    Ich selbst reite schon seit 6 Jahren mit dem LG Zaum und hatte nach ca. 1,5 Jahren das Problem,dass sie sich begann aufzurollen. Da ich mir das Problem nicht richtig erklären konnte, schrieb ich Monika Lehmenkühler eine EMail mit meinen reiterlichen Problemen. 2 Tage später bekam ich eine Rückmeldung mitsamt ihrer privaten Telefonnummer. Wir vereinbarten eine Uhrzeit und sprachen ausführlich über meine Probleme und sie hat mir viele Tipps gegeben,die ich gut umsetzen konnte und so unser Problem in den Griff bekommen habe.
    Das fand ich wirklich toll und nicht selbstverständlich.
    Vielleicht probierst du es auch einfach mal, falls du noch Interesse an dem Reiten mit dem LG Zaum hast.
    LG Julia

  18. Pingback: Gebisslos Reiten: Fakten, Vorteile und Kritiken

  19. Ich habe mein Pferd gebisslos angeritten, mit einem Reithalfter. Später bin ich dann mit 2 Zügelpaaren geritten, um ihn ans Gebiss zu gewöhnen. Dann nur noch mit Gebiss und dann später den Versuch mit dem LG gestartet.

    Ich hab es die letzten 3 Jahre immer wieder ausprobiert. Mit Gebiss läuft er sooo fein, reagiert auf feinste Hilfen, Schenkel und Gewichtshilfen, leichte Zügelhilfen.

    Mit dem LG können wir mittlerweile nicht mal mehr einen vernünftigen Zirkel reiten. Es ist zum Verzweifeln. Immer wieder gebe ich dieser Zäumung eine Chance, weil ich ihn so gern gebisslos reiten würde. Aber es ist einfach nur frustrierend.

    Ich kann nicht sagen woran es genau liegt, ich habe alle verschiedenen Verschnallvarianten getestet. Weniger Hebel, mal mehr Hebel, mal lockerer mal fester. Aber nichts davon hat einen sichtlichen Erfolg gebracht. Meine Schwester hat den LG auch, und nach heutigem erneuten reiten mit diesem Zaum haben wir gemeinsam nach 20 Minuten beschlossen, das Reiten für heute aufzugeben und ein wenig spaßige Hanarbeit zu machen.

    Keine Ahnung woran es liegt, aber die Hilfen kommen einfach nur schwammig bei unseren Pferden an.

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